Oracle Cloud, Grafana und DuckDNS im Praxis-Check
Wer im eigenen Home Lab oder bei Hobby-Projekten professionelle Cloud-Infrastruktur nutzen möchte, stößt schnell auf zwei Hürden: unübersichtliche Kostenmodelle und die Angst vor einer bösen Überraschung am Monatsende.
Dass es auch völlig ohne Budget geht – und das mit echter Enterprise-Hardware – beweist mein täglicher Tech-Stack. In diesem Beitrag stelle ich die drei zentralen Cloud-Dienste vor, auf die ich setze: Oracle Cloud Infrastructure (OCI) für das Hosting, Grafana für das Monitoring und DuckDNS für die Erreichbarkeit.
Alle drei Plattformen bieten extrem großzügige Gratis-Optionen.
1. Oracle Cloud Infrastructure (OCI) – Das Rechenzentrum für lau

Wenn man an kostenlose Cloud-Instanzen denkt, fallen meist die üblichen Verdächtigen wie AWS oder Google Cloud ein – mit ihren eher knappen 12-Monats-Limits. Oracle Cloud Infrastructure geht hier einen ganz anderen Weg und bietet das wahrscheinlich großzügigste Always-Free-Tier am gesamten Markt.
Was das Always Free Tier bietet:
- Bis zu 4 ARM-basierte Ampere A1 Compute Cores mit satten 24 GB RAM. Diese Leistung lässt sich flexibel auf bis zu 4 virtuelle Maschinen aufteilen.
- 2 AMD-basierte Compute-Instanzen (1/8 OCPU, 1 GB RAM pro Instanz).
- 200 GB Block Storage für deine Volumes sowie 10 GB Object Storage.
- Outbound Data Transfer: Bis zu 10 TB Datenübertragung pro Monat inklusive.
Damit betreibst du mühelos mehrere Docker-Container, kleine Datenbanken oder dein persönliches Dashboard, ohne je eine Rechnung zu sehen.
🔗 Link: oracle.com/cloud/free
2. Grafana – Alle Metriken perfekt im Blick

Wer Server und Services betreibt, möchte auch wissen, was unter der Haube passiert. Grafana ist der unangefochtene Standard, wenn es um Datenvisualisierung und Metrics-Monitoring geht. Egal ob CPU-Auslastung, Netzwerk-Traffic oder benutzerdefinierte Anwendungsdaten – Grafana macht daraus anschauliche, hochflexible Dashboards.
Was die Gratis-Versionen bieten:
- Grafana Open Source (Self-Hosted): Vollständig kostenlos. Du kannst es direkt als Docker-Container auf deiner Oracle-OCI-Instanz installieren – ohne jegliche Funktions- oder Nutzerbeschränkungen.
- Grafana Cloud (Forever Free Tier): Wer sich nicht um die Verwaltung kümmern möchte, greift zur gehosteten Variante:
- 10.000 Prometheus/OpenTelemetry Metriken
- 50 GB Logs und 50 GB Traces pro Monat
- Bis zu 3 Benutzer inklusive
🔗 Link: grafana.com
3. DuckDNS – Dynamisches DNS einfach & kostenlos

Ob deine OCI-Instanz eine neue IP bekommt oder du Dienste aus deinem Heimnetzwerk erreichbar machen willst: Niemand möchte sich lange IP-Adressen merken. Hier kommt DuckDNS ins Spiel – ein kostenloser, extrem verlässlicher Dynamic-DNS-Dienst (DDNS), der seit Jahren von zwei Entwicklern als Herzensprojekt betrieben wird.
Was die Gratis-Version bietet:
- Bis zu 5 kostenlose Subdomains im Format
deinname.duckdns.org. - Kostenlose Nutzung ohne Ablaufdatum (kein monatliches Manuelles-Bestätigen wie bei anderen Anbietern).
- Einfache Integration: Ein winziger Cronjob oder ein Docker-Container genügt, um die IP-Adresse automatisch zu aktualisieren.
- Perfekt geeignet für die automatische Generierung von Let’s Encrypt SSL-Zertifikaten via DNS-01 Challenge.
🔗 Link: duckdns.org
Übersicht der Dienste
| Dienst | Hauptfunktion | Gratis-Modell |
| Oracle Cloud (OCI) | Virtual Server & Storage | Always Free: 4 ARM Cores, 24 GB RAM, 200 GB Storage |
| Grafana | Monitoring & Dashboards | Self-Hosted: 100% Free / Cloud Free: 10k Metriken & 50 GB Logs |
| DuckDNS | Dynamic DNS (DDNS) | 100% Free: Bis zu 5 Subdomains ohne Ablauf |
Fazit: Das perfekte 0-Euro-Setup
Mit der Kombination aus Oracle Cloud, Grafana und DuckDNS lässt sich ein hochprofessioneller, überwachter und weltweit erreichbarer Server-Stack aufbauen – und das bei laufenden Kosten von exakt 0,00 €.
Keine versteckten Gebühren, keine zeitlich begrenzten Testphasen, sondern ein solides Setup für jedes Home Lab oder Hobby-Projekt.
